TWC Fahrerporträt Marc Hessel

Fahrerportraits Tourenwagen Classics 2019

ALTE DTM-HELDEN (1)

MARC HESSEL

Er ging den klassischen Weg aller Jung-Talente, erst die üblichen Kart-Jahre, dann wilde Formel Ford-Schlachten. Mit seinem „Lieblingsgegner“ JJ Letho lieferte er sich 1986 ein wüstes Dauerduell um den EM Titel, den er trotz einer grandiosen Siegesserie um einen halben Punkt Rückstand wegen Motorschaden im letzten Rennen hinter JJ knapp verpasste. Trotzdem wurde der Verlierer zum großen Gewinner: Als Belohnung für seine 17 Saisonsiege im deutschen und europäischen FF 1600-Championat wählte ihn BMW zusammen mit dem Belgier Eric van de Poele für das gerade neugegründete DTM-Junior-Team 1987 aus. Hessel nutzte seine Chance, gewann im Zakspeed M3 gleich das zweite Rennen und war bis zum Finale einer der drei verbliebenen Titelkandidaten. „An das entscheidende letzte Rennen auf dem Salzburgring möchte ich nur ungern erinnert werden“, sagt Hessel heute rückblickend, denn damals wurde er Opfer eines teaminternen Anweisung. „Immerhin war ich für ein paar Runden DTM-Champion“, entfährt es ihm voller Sarkasmus.

Ein Jahr später wieder erst Himmel, dann Hölle: AMG holte den Bonner in die noch junge Mercedes DTM-Mannschaft – und ließ ihn nach wenigen Monaten wie eine heiße Kartoffel wieder fallen. „Das war an sich schon ein Schock“, sagt der Architekt mit abgeschlossenem Studium, „aber die noch größere Enttäuschung waren die menschlichen Umgangsformen bei AMG.“ Fast trotzig stieg Hessel in die Formel 3 um, sein Vater Hans (selbst ein sehr erfolgreicher Rennfahrer mit Abarth und Alfa Romeo) managte das Team wie schon zu Kart- und Formel Ford-Zeiten. Mit Siegen und erneuter Vizemeisterschaft verschaffte sich Marc wieder Respekt und innere Genugtuung, ehe er seine Karriere 1992 wegen beruflicher Neuorientierung beendete.

Als Architekt brachte Hessel sein Wissen zunächst bei Rennstreckenbauer Herrmann Tilke ein (u.a. Mitarbeit an den Layouts von Malaysia, Estoril, Sachsenring, A 1 und Nürburgring), Schließlich bündelte der geschäftstüchtige Ex-Rennfahrer alle Aktivitäten in der eigenen Event-Agentur „Automotive Consult GmbH“ mit Sitz in München. BMW ist neben ALPINA von Anfang an einer der größten und wichtigsten Agentur-Kunden. Marc Hessel, der im Mai 54 wird, ist verheiratet mit Ana und hat drei  Kinder. Seit der Gründung der TWC-Serie gehört er zum Organisationsteam, wobei er es sich nicht nehmen lässt, selbst einen originalen Zakspeed M3 (DTM-Jahr 1988) des Teams 2.0 Automotive zusammen mit Frank Schmickler (Formel Ford Teamkollege von 1984) aus dem DTM-Jahr 1988 zu pilotieren. Dabei trifft er regelmäßig auf seine alten M3-Konkurrenten Harald Grohs, Altfrid Heger und Poldi von Bayern.

He went the classic way of all young talents, first the usual karting years, then wild formula Ford battles. With his „favorite opponent“ JJ Letho he delivered in 1986 a wild duel for the European Championship title, which he narrowly missed despite a terrific winning streak by half a point behind due to engine failure in the last race behind JJ. Nevertheless, the loser became the big winner: as a reward for his 17 victories in the German and European FF 1600 Championship, BMW, together with Belgian Eric van de Poele, selected him for the recently formed DTM Junior Team in 1987. Hessel used his chance, won the second race in the Zakspeed M3 and was one of the three remaining title candidates until the finals. „I would not like to be reminded of the decisive last race on the Salzburgring,“ says Hessel today in retrospect, because at that time he was the victim of a team-internal assignment. „After all, I’ve been DTM champion for a few laps,“ he says with sarcasm. One year later, it was heaven, then hell: AMG brought the Bonn to the still young Mercedes DTM team – and after a few months dropped it like a hot potato again. „That was already a shock in itself,“ says the architect with a degree, „but the even greater disappointment were the human manners at AMG.“ Almost defiant Hessel rose to Formula 3, his father Hans (himself a very successful racer with Abarth and Alfa Romeo) managed the team as at Kart and Formula Ford times. With victories and renewed runner-up Marc earned again respect and inner satisfaction, before he ended his career in 1992 due to career reorientation. As an architect, Hessel first brought his knowledge to racing track builder Herrmann Tilke (including participation in the layouts of Malaysia, Estoril, Sachsenring, A 1 and Nürburgring), Finally, the enterprising ex-racer combined all activities in their own event agency „Automotive Consult GmbH „Based in Munich. BMW is one of the largest and most important agency customers in addition to ALPINA right from the start. Marc Hessel, who turns 54 in May, is married to Ana and has three children. Since the founding of the TWC series, he has been part of the organizational team, but he does not want to miss out on even an original Zakspeed M3 (DTM year 1988) of Team 2.0 Automotive together with Frank Schmickler (Formula Ford teammate from 1984) from the DTM Year 1988 to pilot. He regularly meets his old M3 competitors Harald Grohs, Altfrid Heger and Poldi von Bayern.

Formel Ford-Duell: Hessel (rechts) kämpft 1985 in Zolder in der Startrunde gegen Roland Ratzenberger

Ruhe vor dem Titel-Drama: BMW-Junior und Titelanwärter Hessel neben Teamkollege van der Poele in Startreihe 3 beim DTM-Finale in Salzburg

Wiedersehen nach 32 Jahren: Die BMW M3-Konkurrenten Hessel (#1) und Grohs (#6) 1987 beim DTM-Lauf auf dem Flugplatzkurs von Wunstorf

Damals: Marc Hessel 1987 als DTM-Junior bei BMW

Mit knapp 10 Sekunden Vorsprung im Regen – 1987 DTM Sieg in Zolder vor Thomas von Löwis of Menar und Olaf Manthey

Ehemaliger BMW M GmbH Geschäftsführer Thomas Ammerschläger und Marc Hessel 2016 am Salzburgring

3x Im Rahmen der DTM: Termine TWC 2019