Menschen, Macher, Manager – Folge 3 (L-O)

Rainer Brauns "DTM ABC" 

In der 3. Folge seines DTM ABC hat Rainer für uns weitere 20 Namen der Buchstaben L wie Ludwig bis O wie Oberndorfer zusammengetragen. Einige sind leider nicht mehr unter uns, andere längst im Ruhestand.

Aber der eine oder andere Namen aus der glorreichen alten DTM tauchte sehr zur Freude der Fans und Organisatoren in den beiden letzten Jahren wieder bei den Rennen der Tourenwagen Classics (TWC) auf. So starteten 2018/2019 schon mehr als ein Dutzend ehemaliger Profis und Amateure zum Teil sogar mit ihren Original-Autos aus der Zeit der goldenen DTM-Ära – und dieses Jahr könnten es sogar noch mehr werden. Ausdrücklich anmerken möchte der Autor, dass die Auswahl keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es geht auch weniger um Siege, Titel und Punkte, sondern vor allem um die Typen und Menschen, die diese goldenen DTM-Jahre mit ihrer Anwesenheit geprägt haben.

L

Laffite, Jacques

Französischer Ex-Formel 1-Pilot. Hielt sich als BMW- und Mercedes-Werkspilot drei Jahre (90 bis 92) in der DTM auf. Stets Garant für gute Laune und jede Menge Spaß. Obwohl er die Competition nicht mehr allzu ernst nahm, war er an guten Tagen unglaublich schnell. Sein einziger Sieg im BMW M3 stammt bezeichnenderweise von einem DTM-Lauf auf der Nordschleife des Nürburgrings. Ist inzwischen 76 Jahre alt.

LAMM, CHARLY

War Herz und Hirn im Schnitzer-BMW-Team. großartiger Stratege, dem kein legaler Trick fremd war Dazu ein stets freundlicher, zugänglicher Mensch und eine grundehrliche Haut. Hat aus seinem Herzen nie eine Mördergrube gemacht. So hat er Ende 1992 nie verheimlicht, dass ihm der BMW-Abschied aus der DTM überhaupt nicht schmeckt. Beim langersehnten BMW-Comeback 2012 auf Anhieb Titelgewinner mit Bruno Spengler. Sein unerwarteter Tod im Alter von nur 63 Jahren Anfang 2019 hat die Motorsportwelt tief schockiert.

LARINI, NICOLA

Alfa Romeo-Werksfahrer und DTM-Champion und Rekordsieger gleich in seinem ersten Jahr 1993. Seine elf Saisonsiege im 155 V6 waren damals ebenso eine Sensation wie die Tatsache, dass er bei seinem Premiere-Rennen auf der Nordschleife sogar Ring-König Klaus Ludwig niederbügelte. Mit insgesamt 18 Siegen aus vier Jahren DTM/ITC Vierter weit vorne in der Bestenliste. Im Umgang äußerst schwierig, divahaftes Benehmen, häufig unnahbar. Gefürchtet seine teilweise rüden Attacken auf der Piste im Nahkampf mit ebenbürtigen Gegnern. Journalisten, die das zu kritisieren wagten, hatten fortan schlechte Karten – vor allem bei Alfa-Boss Pianta, der auf seinen Lieblingschauffeur absolut nichts kommen ließ. Wird im März 56 Jahre alt.

LOHR, ELLEN

Einzige Frau, die je einen DTM-Lauf (Hockenheim 92) gewonnen hat. Und dazu noch vor einem F1-Weltmeister (Mercedes-Teamkollege Keke Rosberg). Die Lady aus Mönchengladbach hat sicher ein gutes Stück DTM-Geschichte mitgeschrieben: 133 Starts, 276 Punkte – eine einzigartige Leistung. Ellen auf der Piste war die eine, Ellen außerhalb des Rennautos die andere Seite. Da war sie bisweilen ziemlich zickig, legte sich mit Gott und der Welt an und ging keinem Streit aus dem Weg. Etwa nach dem Motto: „Entweder nehmt ihr mich wie ich bin oder ihr lasst es bleiben.“ Auch PR-Aktionen mit ihr wurden nicht immer zum Genuss, weil Speedy-Ellen wirklich jedes Gespür für eine gute PR-Show fehlte. So beharrte sie selbst in Talkshows mit leicht verdaulichem Inhalt noch emanzenhaft auf ihren oft schwer nachvollziehbaren Ansichten. Steigt auch heute noch gelegentlich ins Rennauto und ist ansonsten PR-Beraterin im eigenen Unternehmen.

LUDWIG, KLAUS

Der DTM-König schlechthin. Seine Erfolgsstrecke ist was für die Ewigkeit: Drei Titelgewinne (Ford 88, Mercedes 92 und 94), 35 Siege, 199 Starts, 1.658,5 Punkte, 16 Poles und 16 Rundenrekorde (alles incl. ITC). Er siegte mit allen drei Marken, für die er zwischen 1985 und 1996 antrat: 10 Siege im Ford Sierra XR 4 Turbo, 19 im Mercedes 190 E bzw. in der C-Klasse, 6 im Opel Calibra Allrad. Der Mann hat wirklich überall das Maximum rausgeholt, war ein unentwegter Antreiber neuer technischer Entwicklungen. Ohne Ludwigs persönliche Interventionen in den Vorstandsetagen hätte Opel den Stecker wahrscheinlich schon Ende 95 gezogen. Natürlich hat er auch seine Mucken. Als diesbezügliche Paradedisziplin galt seine Team- und Marken-Politik, deren Beeinflussung und Handling er mit unglaublicher Perfektion beherrschte. Seine Mehrfachrolle als Rennfahrer, Politiker und Egoist spielt Klaus einfach genial. Auf Kritik reagierte er allerdings beleidigt, und so manches süffisante Statement vor der TV-Kamera kam auch nicht so gut an. Dafür war und ist er wiederum ein toller PR-Botschafter, der noch heute für Mercedes Classic repräsentiert. Wurde im Oktober letzten Jahres 70.

M

MANTHEY, OLAF

DTM-Original der 80er Jahre. Seine Markenzeichen waren deftige Drifts, beinharte Zweikämpfe und ein gepflegter Zwirbelbart. Fuhr im Rover-Werksteam und als BMW-Privatier bei Isert. Zwischendurch Pause, dann nochmal zwei Jahre (92/93) im Semi-Werks-Mercedes des Persson-Teams. Wegen seines beherzt-spektakulären Fahrstils einer der ganz großen Publikumslieblinge. Und als Typ sowieso riesig. Betreute in den letzten DTM-Jahren das Mercedes-Juniorprogramm bei Persson und kümmerte sich als Manager des Teams um die Einsätze vor Ort. Als Chef seines eigenen Porsche-Teams bei den 24 Stunden und der VLN am Ring rekordverdächtig erfolgreich. Gehört zu den populären „Wiederholungstätern“ in der Tourenwagen Classics, wo er gelegentlich einen BMW 635 CSi oder einen M3 bewegt. Wird dieses Jahr 65.

MARKO DR., HELMUT

Der Österreicher setzte als erster mit seinem Privatteam auf ein konsequentes Langfristprogramm mit dem 190er Mercedes in der DTM. Zwischen 1986 und 1989 drehten Jörg van Ommen, Volker Weidler, Franz Klammer, Heiner Weiss und Karl Wendlinger für den Grazer Rennstallchef am Lenkrad. Die Motoren bezog er zwar von AMG, zufrieden war der ewig nörgelnde Doktor mit der Resultatausbeute aber keineswegs. Entweder maulte er über „lahme Triebwerke“ oder über „depperte Kerle am Lenkrad“. So ging es phasenweise in Markos DTM-Truppe ziemlich chaotisch, aber wenigstens immer lustig zu. Denn trotz Pech und Pannen fand der Chef noch Zeit für die schönen Dinge des Lebens. So ist er heute noch stolz drauf, dass es ihm damals gelungen ist, „aus dem Piefke van Ommen einen gescheiten Schnapstrinker zu machen“. Mit selbstgebranntem Obstler natürlich aus Markos Grazer Kellergewölbe. Jörg erinnert sich übrigens noch heute mit Grausen an das Gebräu…Als Red Bull-Berater ist der Doktor noch immer eine der wichtigsten Figuren im aktuellen Formel 1-Business. Feiert im April seinen 77. Geburtstag.

MATHIS, TONI

Wohl bekanntester und fähigster Sport-Physiotherapeut in der DTM. Der Österreicher, der schon so manchen verletzten Ski-Profi wieder auf gesunde Beine gestellt hat, arbeitete laut Vertrag exklusiv für die Piloten der Mercedes-Werksteams. Die Realität sah allerdings anders aus: Nahezu jedes Wehwehchen auch von anderen Fahrern und Mechanikern, von Offiziellen und Journalisten landete bei „Toni dem Heiler“. Seine Spezialität: Verbogene Rücken, ausgehebelte Bandscheiben, Prellungen, Zerrungen. Sprechstunde rund um die Uhr, fast alles wurde geheilt, und das möglichst schnell und sofort und natürlich kostenlos. Trotzdem ist der Sport-Guru mit den heilenden Händen von so manchem prominenten Fahrerlager-Patienten menschlich enttäuscht: „Eilig hatten sie’s alle, wirklich bedankt haben sich aber nur ganz wenige.“

MAUER, KARL

In seine Amtszeit als Sportchef fiel das missratene Omega-DTM-Projekt 90/91. Auch seinen Amtsnachfolger Walter Treser ging es ab 1994 mit dem Calibra zunächst nicht besser. Siege kamen erst Ende 95 und in der Saison 96 mit Ludwig, Alzen und Reuter. Neben der Strecke konnte man mit „Charly M.“ reichlich Spaß haben, denn er ist ein wahrer Meister süffisant-ironischer Satzkonstruktionen und Wortspielerein – wahlweise mit Schmunzel- oder Ironie-Effekt. Das hat sich bei dem mittlerweile 71jährigen Lauf- und Sportfreak bis heute nicht geändert.

MAYLÄNDER, BERND

Repräsentierte die „Young Generation“ im Starterfeld. Sein Förderer Bernd Fischer ebnete den Weg vom Porsche Carrera Cup in die DTM, wo er als Mercedes-Junior bemerkenswerte Leistungen und Ergebnisse jeweils im Vorjahresauto des Persson-Teams bewerkstelligte. Netter, freundlicher und total unkomplizierter Zeitgenosse mit er-frischend positiver Ausstrahlung. Fuhr nach seiner DTM-Karriere noch im Porsche Super Cup und avancierte ab 1999 zum Fahrer des Safety Cars in der Formel 1. Diesen Jab erledigt er jetzt seit 22 Jahren. Startete 2018 beim TWC-Finale in Hockenheim als Gast im ITC-Mercedes.

MOLL, ROLF

War als DEKRA-Vorstands-Vorsitzender einer der ganz großen Befürworter und Förderer der DTM – genauso wie auch in seiner Amtszeit als ONS-Präsident. Dass die Sachverständigen-Organisation DEKRA Generalsponsor der DTM wurde, ist hauptsächlich Moll zu verdanken. Maßlos enttäuscht zeigte der sich allerdings über den Ausstieg von Audi Mitte 1992 und das Zerwürfnis mit BMW wegen technischer Detailfragen rund um das neue Klasse 1-Reglement – was letztlich auch zum Ausstieg von BMW Ende 1992 führte. Lebte nach seiner Pensionierung bis zu seinem Tod im April 2018 in der Schweiz. Rolf Moll wurde 89 Jahre alt.

MERTES, WALTER

Sicherheitsbeauftragter und permanenter Starter der DTM zwischen 1990 und 1995, in der Schlussphase zusätzlich auch Vermarkter. Hat seine Aufgabe sehr ernst genommen und viel Zeit vor allem für die Verbesserung der Sicherheit an den Rennstrecken investiert. Der Kaufmann aus Köln war DTM-Mann mit Leib und Seele. Da er gleichzeitig auch ein ziemlich lustiger Geselle ist, wurde die Ernsthaftigkeit, mit der er den Sicherheitsjob betrieben hat, oft unterschätzt. Wusste immer genau, wovon er redete, denn auf seinem DTM-Punktekonto stehen immerhin 130 Zähler aus seiner aktiven Zeit als Privatfahrer im giftgrünen Kümmerling-Ford Sierra Turbo und im BMW M3.

MEEUVISSEN, ANNETTE

Kam nach Gewinn des Ford Ladies Cup und VLN-Einsätzen als BMW-Werkspilotin als zweite Frau nach Beate Nodes nd noch vor Ellen Lohr in die DTM. Für Zakspeed und Schnitzer saß sie im Werks-BMW M3 und lieferte ordentliche Resultate ab. Ihre Profi-Karriere endete 1992, weil sie keine Perspektive mehr im Rennsport sah und „noch was anderes im Leben machen wollte“ (O-Ton Meeuvissen). Sie wanderte nach Namibia aus, betrieb dort eine Farm und kam irgendwann wieder nach Deutschland zurück. Mit nur 43 Jahren verlor sie den Kampf gegen den Krebs und starb 2004.

N

NANNINI, SANDRO

Alfa-Werksfahrer, der mit seiner Person und seinem Namen 1993 zusammen mit dem Alfa-Einstieg und dem Kollegen Larini einen gewaltigen Popularitätsschub in die DTM brachte. Mobilisierte wahre Fan-Kolonien und wurde sofort zum Publikumsliebling. Sein Comeback als Rennfahrer nach dem fatalen Hubschrauberabsturz 1990 mit den bekannten gesundheitlichen Folgen hätte überzeugender und erfolgreicher kaum sein können. „Nano“ gewann zwischen 1993 und 1996 immerhin 14 Rennen und war 96 mit 7 Siegen sogar Rekordgewinner. Ein unglaublich lässiger Typ, der mit wirklich gar nichts was am Hut hatte und sein Leben so lebt, wie’s ihm grad’ gefällt. Hier ein Espresso, dort ein Zigarettchen, kein Stress, keine Eile. Etwa nach dem Motto: „Ich will Spaß, ich geb’ Gas.“

NEERPASCH, JOCHEN

Mercedes-Rennleiter von 1988 bis Ende 1991. In seine Amtszeit fielen mit die besten DTM-Jahre überhaupt. Stratege Neerpasch erkannte schon damals das drohende Unheil der eskalierenden Kosten und mahnte mehrfach unüberhörbar Selbstbeschränkung an. Nach seinem Abschied bei Mercedes übernahm Nobert Haug alleine die Amtsgeschäfte, allerdings kehrte Neerpasch zwei Jahre später nochmals als Repräsentant der DTM-Vermarktungsagentur FKG zurück. Der Empfang fiel jedoch sehr kühl aus, um nicht zu sagen unfreundlich. Die oberste DTM-Heeresleitung und leider auch sein Ex-Partner Mercedes zeigten ihm die kalte Schulter und ließen ihn spüren, dass er eigentlich nicht willkommen ist. Ziemlich starker Tobak gegenüber einem Mann, der mit seinen Nachwuchsprogrammen Deutschland die besten Rennfahrer der Neuzeit beschert hat. Feiert im März 2020 seinen 81. Geburtstag.

NISSEN, KRIS

Dass der Däne überhaupt noch lebt, ist ein kleines medizinisches Wunder. Nach seinem fürchterlichen Feuerunfall 1988 in Fuji/Japan im Porsche 962 zeigte BMW-Sportchef Karl-Heinz Kalbfell menschliche Größe und gab Nissen einen Werksvertrag für die DTM. Sein Comeback-Rennen am Norisring 1989 absolvierte er zwar körperlich noch schwach und schwer gezeichnet, aber erstaunlich gut. Die vier Jahre bei BMW nutzte Nissen nicht nur zum sportlichen Wiederaufstieg, sondern auch als Autor eines Buchs mit seiner eigenen Lebens- und Leidensgeschichte („Ich habe gewonnen“). Der Wechsel zu Alfa 1994 brachte für ihn genau dort tiefste Genugtuung, wo er seine zweite Karriere 1989 begonnen hatte: Am Norisring gewann er sein erstes und einziges DTM-Rennen. Der Moment des Sieges war für alle, die das hautnah erlebt haben, ungeheuer emotional und ergreifend. Danach große und erfolgreiche Zeit bei als Direktor von VW Motorsport in Hannover. Ist seit 2019 regelmäßiger Starter bei den Tourenwagen Classics und fuhr mit seinem BMW M3 bis zum Schluss um den Titelgewinn mit. Ist auch in diesem Jahr wieder als einer der Favoriten mit einem M3 dabei.

NIEDZWIEDZ, KLAUS

Viele Jahre Ford-Werksfahrer in der DTM. Brachte dem Sierra XR 4 TI Turbo zusammen mit Kumpel Klaus Ludwig das Laufen bei und durfte auch erleben, was passiert, wenn Basisgewichte für Turbos zu hoch angesetzt werden. Auf der Berliner Avus klappte an seinem Sierra-Turbo 1986 beim Anbremsen aus gut 250 km/h die gesamte Vorderachskonstruktion zusammen. 1988 platzte beim Nordschleifen-Rennen ebenfalls wegen Übergewichts ein Reifen – den Megacrash überlebte er nur mit viel Glück und einem gebrochenen Arm. Beim Finale in Hockenheim verabschiedete sich „Niedze“ standesgemäß mit zwei glatten Siegen über Markenkollege Biela und BMW-Mann Ravaglia und schloss sogar noch punktgleich mit dem Italiener ab. Nur die damals noch praktizierten Streichresultate brachten die Entscheidung zugunsten BMW und Ravaglia. Seit Jahren lebt der fast 69jährige TV-Moderator mit eigener Produktionsfirma für Autotests in Spanien. Auch in diesem Jahr erwarten die Fans ihn wieder bei der Tourenwagen Classics mit einem Sierra RS 500.

NODES, BEATE

Bis zum Erscheinen von Annette Meeuvissen und Ellen Lohr die „DTM-Lady“ schlechthin. Ihr Glanzstück lieferte die ehemalige Ford Fiesta-Ladies Cup-Siegerin mit Ford-Werksfahrerstatus 1986 auf der Berliner Avus im Sierra Turbo: Platz drei unter so wilden Jungs wie Weidler, Andersson, Thiim oder Manthey. Steckte den Rennsport Ende der 80er Jahre auf und zog sich ins Privatleben zurück. Mit ihrer Ex-Ladies-Cup-Kollegin Meeuvisen verband sie ein gleichermaßen tragisches Schicksal – beide sind viel zu früh gestorben. Beate starb vier Jahre nach Annette mit nur 44 im Oktober 2008 nach plötzlichem Herzversagen.

O

OBERNDORFER, PETER

Kam mit dem Team RSM von Dr. Marko Mitte der 80er-Jahre in die DTM und fuhr zunächst im Alfa GTV die ersten Erfolge und Punkte ein. Wechselte danach zu BMW Alpina und lieferte dort an der Seite seines ehemaligen Renault 5-Cup-Kumpels Christian Danner eine gute Show. Die giftgrünen M3 aus Kaufbeuren mit den beiden Münchner Gaudi-Buben im Cockpit mischten des Öfteren mal ganz weit vorne mit. Für „Obi“ gings danach PS-mäßig eine Etage tiefer weiter – mit dem Kadett GSi mühte er sich als Opel-Werkspilot redlich ab. Der Opel Omega im orangefarbenen Jägermeister-Outfit hatte dann zwar wieder mehr Qualm an der Kette, aber es gab wieder mehr Ausfälle als Resultate. Ist seit vielen Jahren Audi-Mann in leitender Position. Einer der giftgrünen Alpina M3, von den aktuellen Besitzern Moritz und Thorsten Horn restauriert, startet übrigens u.a. mit Oberndorfer in der diesjährigen TWC-Rennserie.

OMMEN VAN, JÖRG

DTM-Rekordstarter. Der Rheinländer fuhr ab dem ersten DTM-Rennen 1984 mehr oder weniger durchgängig bis zum traurigen Ende 1996. Über 200 Mal rollte er zum Start, am häufigsten im Mercedes-Cockpit. Zu-gleich wurde van Ommen auch zum dienstältesten Mercedes-Piloten überhaupt. Nach einem Jahr mit Rover gab es bereits erste Mercedes-Starts für das Privatteam der Scuderia Kassel, dann der Wechsel zur RSM Marko-Mercedes-Mannschaft und schließlich ab 1990 Mercedes-Werksfahrer für die Teams MS, Zakspeed und AMG. Auf seinen ersten DTM-Sieg hat er lange warten müssen – bis zum Mai 92 in Wunstorf. Vier weitere folgten nach und nach. Jörg van Ommen gehörte zu jenen Rennfahrern, die wegen ihrer bescheidenen Art immer wieder unterschätzt wurden. Dabei ist er ein echtes Multi-Talent: Unauffällig schnell und kampf-stark im Cockpit, technisch äußerst belesen, ehrgeizig bis zur letzten 1/100 Sekunde, loyal, ehrlich und dazu noch ein feiner Mensch mit festem Charakter. Wenn sie doch bloß alle so gewesen wären…

 
 
 

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