Fahrerportraits TWC 2019 – Frank Schmickler

Fahrerportraits Tourenwagen Classics 2019

ALTE DTM-HELDEN (3)

 

Frank Schmickler

 

„Frankie“ ist in Sachen Rennsport familiär vorbelastet, denn schon sein Vater Detlef gehörte gegen Ende der 60er-Jahre zur legendären Kölner Formel V-Clique um Herbert Elsner, Richard Thiel und deren Mentor und Sponsor Rolf Stommelen. Aus dem kleinen Schmickler, der schon im zarten Alter von vier Jahren anfing, Fahrerlagerluft zu schnuppern, wurde im Laufe der Zeit nicht nur „ne echte „Kölsche Jung“, sondern auch einer der besten und gefragtesten Allround-Rennprofis Deutschlands.

 

Angefangen hat die PS-Laufbahn des Kölners wie bei vielen anderen Jung-Rennfahrern im Kart-Sport. Dort holte er sich bis Mitte der 80er-Jahre das nötige Rüstzeug für den Einstieg in den Automobilsport. Damals war die Formel Ford 1600 der erste logische Schritt für Kart-Fahrer, die vorzugsweise eine Formel-Karriere als Zielsetzung hatten. Nach einer erfolgreichen Formel Ford-Saison 1985 mit der Vizemeisterschaft sowie ersten Formel 3-Erfahrungen und DTM-Starts als BMW-Junior im Zakspeed M3 folgte 1989 jene wilde Formel 3-Saison, die er als Teamkollege von Michael Schumacher im WTS-Rennstall erlebte. Zumindest zum Saisonauftakt in Hockenheim konnte er sich noch mit einer Pole Position gegenüber dem späteren F1-Rekord-Weltmeister behaupten, aber danach wurde es ungemütlich. Schmickler hatte das Pech, in die wildeste Formel 3-Saison mit gleich drei späteren F1-Piloten zu geraten – beim Siegen wechselten sich die Herren Schumacher, Wendlinger und Frentzen ab.

 

Kein Wunder, dass es den leicht frustrierten jungen Racer im Jahr darauf wieder zurück in die DTM zog, wo er für das MM Diebels-Team einen BMW M3 in der Privatfahrerwertung flott durch die Saison steuerte. Zwischendurch gelang ihm mit Jockel Winkelhock und Altfrid Heger in einem BMW M3 der Gesamtsieg beim 24 h-Rennen am Nürburgring – für „Frankie“ der erste große und international bedeutungsvolle Sieg. Dass er im DTM-Jahr 1991 als Mercedes-Pilot des Jet-Teams von Jochen Mass erneut auf seinen alten F3-Rivalen Michael Schumacher (der inzwischen zum Mercedes-Junior aufgestiegen war) traf, muss man wohl als Ironie des Schicksals bezeichnen…

 

Danach formten viele erfolgreiche Jahre mit Porsche im Carrera Cup Deutschland, im international ausgetragenen Porsche Super Cup und im ADAC GT Masters den Rheinländer zu einem gefragten Allrounder, der gerade in diesen Jahren seinen guten Ruf als schneller und zuverlässiger Routinier weiter festigte und zum gefragten Partner für jeden Tourenwagen- und GT-Rennstall wurde. Die aktive Rennerei ist für den inzwischen 53-jährigen Kölner zugunsten anderer Jobs in den Hintergrund getreten. So ist er ein begehrter Instruktor bei Fahrerlehrgängen, am Handlings-Parcours von Neuwagen-Präsentationen oder auch als Driver Coach für betuchte Herrenfahrer in schnellen GT3-Sportwagen. Und wenn dann noch Zeit bleibt, steigt er auch gerne mal in einen BMW M3 bei den Tourenwagen Classics. So wie letztes Jahr beim TWC-Finale im Oktober in Hockenheim, wo er sich mit Marc Hessel, seinem alten Formel Ford-Rivalen von 1985, das Cockpit eines 88er-BMW M3 teilte. Und das hat so viel Spaß gemacht, dass beide beschlossen, auch die Saison 2019 gemeinsam zu bestreiten. Mit der Startnummer 39 werden Hessel/Schmickler im M3 des Teams „2.0 Automotive“ bei allen fünf Läufen antreten.

 

Rainer Braun – im April 2019